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Ausgeraucht: Bayern wählen absolutes Rauchverbot Drucken Weiterempfehlen
Sonntag, 4. Juli 2010

Die Bürger in Bayern haben entschieden: Ab 1. August ist das Rauchen in allen Gaststätten, Sportstätten, Festzelten und vielen anderen Einrichtungen ausnahmslos verboten. Raucherräume, Raucherlokale oder das Rauchen in geschlossenen Gesellschaften gehören dann der Vergangenheit an. 61,0 % der Wahlberechtigten votierten für den Gesetzentwurf des Volksbegehrens und damit für das Totalverbot. Nur 39,0 % stimmten dagegen und wollten, dass alles so bleibt wie es ist. Dabei hatte eine repräsentative Umfrage in der vergangenen Woche noch eine knappe Niederlage der Rauchergegner prognostiziert. Bei einer Wahlbeteiligung von nur 37,7% kann allerdings nicht von einer Entscheidung des ganzen Volkes gesprochen werden: Die Raucher konnten sich offensichtlich nicht aufraffen, für ihre Rechte zu votieren.

 

Woran liegt es, dass sich trotz einer leichten Mehrheit gegen das Totalverbot, die in der vergangenen Woche repräsentativ von Infratest festgestellt wurde, die Verbotsbefürworter durchsetzen konnten? Man kann nur spekulieren: Das heiße Sommerwetter, das den Weg zum Abstimmungsraum erschwerte? Die sommerliche Jahreszeit, die den Rauchern nicht bewusst macht, dass im Herbst und Winter das Rauchen vor der Tür äußerst unangenehm sein kann? Schlechte Aufklärung, weil die Mehrheit der Bayern Umfragen zufolge der Ansicht war, es bleibe alles so wie es ist, wenn sie nicht zur Wahl gehen? Unausgewogene Berichterstattung in den Medien?

 

Was auch immer die Gründe sein mögen, ist letztlich egal. Denn das Ergebnis ist amtlich festgestellt und somit endgültig: Ab 1. August ist das Rauchen in Bayerns Gastronomie einschließlich Bier-, Wein-, Feltzelten, Sportheimen und Freizeiteinrichtungen ausnahmslos verboten. Das offizielle Ergebnis einschließlich einer Aufschlüsselung nach Bezirken, Wahlkreisen und Landkreisen findet man auf der Seite des Landesamtes für Statistik.

 

Worauf sich die Raucher einstellen müssen, kann aus unserer Gegenüberstellung der beiden Gesetzentwürfe eingesehen oder im Wortlaut des Gesetzentwurfs zum absoluten Rauchverbot nachgelesen werden.

 

Offizielle Endergebnisse:

Landeswahlleitung des Freistaates Bayern: Volksentscheid zum Nichtraucherschutz  

 

Weiterführende Informationen:

Fakten zum Volksentscheid am 4. Juli: Bayern entscheidet über totales Rauchverbot

Rauchen in Bayern - Ausführliche Informationen zum geltenden Nichtraucherschutz in Bayern

 

Siehe auch:

Leben und leben lassen - Volksbegehren Nichtraucherschutz der ödp Bayern

ödp Bayern will Volksabstimmung über Rauchverbot

Raucherführer: Verzeichnis raucherfreundlicher und rauchfreier Gaststätten in ganz Deutschland

 

» 1 Kommentar
1"Militante Entmuendigung"
am Dienstag, 6. Juli 2010 08:22von ProRauch
Soeben sandte ich eine Mail an den Bundesverband DeHoGa, an den Bayrischen Landesverband DeHoGa sowie an die Landesregierung Bayern mit dem Inhalt, dass ein jeder Gastwirt muendig ist, seine Gaeste selbst zu waehlen. Eine Raucherkneipe, Raucherbereiche sowie Raucherclubs etc. zwingen keinen Nichtraucher, dort einzukehren. Ferner halte ich die Ergebnisse fuer manipuliert und ca. 35% u. weniger Beteiligung sprechen nicht fuer eine aussagekraeftige Wahl. Ich habe Sammelklagen empfohlen. Genug ist genug.
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