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Wichtig ist auch immer ein Blick auf das Verfallsdatum der der einzelnen Medikamente. Überprüfen Sie rechtzeitig vor dem Reiseantritt, ob alles noch mit einem ausreichenden Haltbarkeitsdatum versehen ist. Zu beachten ist hier, dass das aufgedruckte Datum bei Medikamenten immer nur für ungeöffnete Flüssigkeiten und Salben gilt.
Wenn die Reise in ein warmes Land gehen soll, bitte immer die Lagerungshinweise der Medikamente beachten. Oft wird die Wirkungsweise der Präparate vermindert, wenn die Arzneimittel beispielsweise zu hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Jeder kann sich vorstellen, dass ein geschmolzenes Fieberzäpfchen nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielt.
Müssen Sie Medikamente regelmäßig zu einem festen Zeitpunkt einnehmen? Informieren Sie sich bei Fernreisen unbedingt über die Zeitverschiebung. Einige Medikamente werden in ihrer Wirkung beeinträchtigt, wenn der Einnahme-Rhythmus nicht eingehalten wird. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Anti-Baby-Pille.
Bitte informieren Sie sich, welche Gesundheitsrisiken in Ihrem Urlaubsland herrschen. Gerade bei Reisen in ferne, tropische und weniger entwickelte Länder ist eine reisemedizinische Fachberatung bei einem entsprechend geschulten Arzt oder Apotheker dringend anzuraten. In vielen exotischen Ländern sind bestimmte Schutzimpfungen zu empfehlen oder gesetzlich vorgeschrieben. In jedem Falle sollten Sie ihre Reiseapotheke auf die hygienischen und gesundheitlichen Verhältnisse im Urlaubsland abstimmen.
Mit welchen Krankheiten Sie an Ihrem Urlaubsziel rechnen müssen, erfahren Sie beim Centrum für Reisemedizin. Stets verlässliche Reise- und Sicherheitshinweise einschließlich aktueller Gesundheitsinformationen bietet das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland.
Grundausstattung einer Reiseapotheke
Für Reisen an weniger exotische Ziele reicht in der Regel eine allgemeine Grundausstattung an Medikamenten und Hilfsmitteln. Hinweise zur Zusammenstellung Ihrer Reiseapotheke haben wir hier zusammengestellt.
Individuell notwendige Medikamente:
Damit sind alle Medikamente gemeint, die Sie regelmäßig auch zu Hause einnehmen, wie z.B. bei einer chronischen Erkrankung. Denken Sie daran, die notwendigen Medikamente in ausreichender Menge einzupacken. Hierbei schadet es nicht, einige Tabletten mehr dabei zu haben, um für unvorhergesehene Ereignisse wie Verspätungen oder Flugausfälle gewappnet zu sein. So sollte man etwa bei einem 10-tägigen Aufenthalt nicht nur 10 Stück der täglich einzunehmenden Tabletten mitnehmen. Solche Medikamente gehören am besten ins Handgepäck. Vergessen Sie auch nicht Mittel gegen eventuell auftretende Allergien (Sonnenallergie, Mallorca-Akne), Sodbrennen, Herpes etc., wenn Sie dafür anfällig sind.
Schmerz- und Fiebermittel:
Zur Behandlung von Fieber, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Gliederschmerzen, die z.B. bei Erkältungen auftreten. Vorsicht: In Gebieten, in denen Dengue-Fieber und Gelbfieber auftreten, sind Medikamente mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure und Diclofenac ungeeignet, da dies Blut verdünnende Stoffe sind. Als Ersatz ist hier Paracetamol zu empfehlen. In Ländern mit Malaria-Gefahr empfiehlt es sich ein Fieberthermometer mitzunehmen, um die Körpertemperatur genau bestimmen zu können.
Wunddesinfektion:
Eine Wunddesinfektion sollte auf alle Fälle in keiner Reiseapotheke fehlen. Da es hier zahlreiche Präparate gibt, lassen Sie sich am besten in Ihrer Apotheke beraten.
Verbandsmaterial, Pflaster:
Zur Versorgung von Wunden sollten folgende Materialien im Urlaub griffbereit sein: Pflaster (evt. wasserdicht), sterile Wundkompressen, Mullbinden, elastische Binden, Klebeband, Schere, Pinzette zur Entfernung von Splittern, Dreieckstuch.
Medikamente gegen Übelkeit:
Bei Reiseübelkeit besteht die Möglichkeit, bereits vor Reiseantritt ein entsprechendes Präparat einzunehmen. Bei plötzlich auftretender Übelkeit haben sich Kaugummis oder Präparate auf Kaugummi-Basis gut bewährt.
Medikamente gegen Durchfall:
Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Durchfallmitteln, auch hier sollte man sich in der Apotheke gut beraten lassen. Loperamid stoppt Durchfall zum Beispiel sofort. In einigen Regionen sind aber unsere heimischen Durchfallmittel oft kaum wirksam, da es sich hier um andere Erreger handelt. Oft können einem Einheimische bzw. Apotheken vor Ort auch weiterhelfen.
Zudem sollte man bei Durchfall auch immer darauf achten, dass man den Elektrolytverlust wieder ausgleicht. Hierzu gibt es bestimmte Elektrolyt-Pulver. Im Notfall können auch aufgelöstes Salz und Traubenzucker helfen.
Grundsätzlich sollten zur Vermeidung von Reisedurchfallerkrankungen vor allem die Grundregeln der Nahrungsmittelhygiene beachtet werden. Oft gibt es im Ausland andere Lebensstandards als wir von zu Hause gewohnt sind. Eine wichtige Frage hierbei ist: Kann ich das Leitungswasser am Urlaubsort ohne Bedenken trinken? Wenn dies nicht der Fall ist, bzw. man sich unsicher ist, unbedingt auf Mineralwasser in Flaschen zurückgreifen. Die alte Regel „Cook it, peel it or forget it” (Koche es, schäle es, oder vergiss es) ist in vielen Ländern wenn es um Obst, Gemüse oder auch Salat geht, durchaus wörtlich zu nehmen, und hat immer noch für viele Regionen seine Gültigkeit.
Medikamente gegen Verstopfung:
Der beste Schutz gegen Verstopfung ist eine ballaststoffreiche Ernährung und die ausreichende Einnahme von Flüssigkeit. Wer jedoch zu Verstopfung neigt, sollte evtl. ein leichtes Abführmittel in der Reiseapotheke dabei haben.
Medikamente zur Entzündungshemmung, bei Prellungen und Stauchungen:
Man sollte immer entzündungshemmende, schmerzstillende Salben etc. zur Hand haben. Bei länger andauernden Beschwerden kommt man aber auch im Urlaub nicht darum herum, einen Arzt aufzusuchen.
Medikamente gegen Schnupfen, Erkältung, Halsschmerzen
Medikamente gegen Augenbeschwerden:
Die Umstellung des Klimas, Wind, Sand etc. sind oft der Auslöser von Bindehautentzündungen oder Augentrockenheit. Salben, Tropfen oder künstliche Tränen bei trockenen Augen helfen. Genauso wichtig ist es, eine Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz dabei zu haben.
Sonnenschutzmittel:
Ein ausreichender Sonnenschutz ist ein Muss in jedem Reisegepäck. Wichtig sind hier Sonnencremes oder Sprays mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor. Lassen Sie sich vor Antritt der Reise zu ihrem Hauttyp und dem dafür am besten geeigneten Lichtschutzfaktor beraten. Ebenso wichtig ist vor Sonne schützende Kleidung, eine Mütze oder ein Sonnenhut. Hilfreich ist oft auch ein kühlendes After-Sun-Gel bzw. ein Antihistaminikum gegen Sonnenbrand. Bei starken Rötungen kann auch eine Coritsonlotion Abhilfe schaffen.
Insektenschutz:
In vielen Gebieten ist ein Insektenschutz unerlässlich. Vor allem in tropischen Gebieten, in denen Malaria, Gelbfieber, Dengue-Fieber oder die Japanische Enzephalitis verbreitet sind, gehören wirksame Insekten abweisende Mittel (Repellentien oder engl. Repellents) ins Reisegepäck. Gut bewährt haben sich hier Mittel mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET), der jedoch für Kinder nicht uneingeschränkt zu empfehlen ist. Außerhalb der Tropen sind auch unsere heimischen Insektenschutzmittel wie z.B. Autan sehr wirkungsvoll. Auch Präparate mit Teebaumöl, Zitronenöl oder Kokosöl können Abhilfe schaffen, sind aber in ihrer Wirksamkeit deutlich schwächer. In Risikogebieten sollte man sich jedoch nicht allein auf Repellents verlassen. In Malaria-Gebieten sollten Sie sich von Ihrem Arzt auch auf das jeweilige Reisegebiet abgestimmte Malariatabletten verschreiben lassen. Ein engmaschiges Moskitonetz kann ebenfalls sehr nützlich sein. In guten Hotels sind solche Netze aber in der Regel vorhanden und intakt.
Spezielle Medikamente für Kinder:
Wenn Kinder mit auf die Reisen gehen, sollte man auch unbedingt speziell für Kinder geeignete Medikamente in die Reiseapotheke packen. Kinder können in medizinischer Sicht nicht wie Erwachsene behandelt werden. Sie brauchen in der Regel andere Dosierungen und oft auch spezielle Wirkstoffe und Zusammensetzungen. Wichtig bei Reisen mit Kindern ist generell, sich vorher eingehend vom Kinderarzt beraten zu lassen. Er kann gezielt individuell wirksame Medikamente empfehlen.
Bei Reisen in Gegenden mit schlechter medizinischer Versorgung:
Hier kann es im Krankheits- oder Unfall sehr sinnvoll sein, sterile Spritzen und Kanülen in verschiedenen Größen sowie ein Infusionsbesteck dabei zu haben. In Gebieten mit schlechter Wasserversorgung bzw. sehr schlechter Wasserqualität kann Flusswasser mit Silbernitrat-Tabletten entkeimt werden.
Da die individuelle Reiseapotheke stets vom Reiseziel, den Reisebedingungen und natürlich Ihrem persönlichen Gesundheitszustand abhängig ist, sollten Sie sich im Zweifel in Ihrer Apotheke beraten lassen.
Fotos: H. Hoppe, Jutta Rotter, Sigrid Roßmann, Udoy Chatterji /pixelio.de
Wir wünschen Ihnen einen schönen und erholsamen Urlaub. Kommen Sie gesund zurück!
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