Das
Taj Mahal in Agra ist eines der berühmtesten Bauwerke der Welt, und ganz sicher eines der Faszinierendsten. Das verschwenderisch prunkvolle Grabmal, das Großmogul Shah Jahan seiner Lieblingsfrau errichten ließ und dabei sein Reich an den Rand des Ruins trieb, gehört zu einem Nord-Indien-Urlaub einfach dazu.
Wer den ganz großen Touristenrummel umgehen möchte - ganz wird man das sicherlich nicht schaffen -, der sollte früh aufstehen. Da die meisten Bustouren und Reisegruppen gegen Abend zum Mausoleum strömen, kann man es
bei Sonnenaufgang ungleich ungestörter genießen und auf sich wirken lassen. Im morgendlichen Dunst wirkt es ganz besonders geheimnisvoll und faszinierend! Das Taj ist täglich außer freitags ab Sonnenaufgang bis 19.30 Uhr geöffnet.
Einen sehr schönen Ausblick aufs Taj Mahal hat man übrigens von einem der zahlreichen
Dachrestaurants in der Altstadt (Taj Ganj). Wir haben den Blick vom Dach des Shanti Lodge and Restaurant genossen; direkt daneben gibt es aber eine Reihe weiterer Möglichkeiten.
Wer das Taj Mahal bei Nacht bewundern will, wird enttäuscht werden: Das Grabmal ist
nachts nicht beleuchtet! Außer in Vollmondnächten ist das Gebäude bei Dunkelheit daher kaum zu erkennen. In fünf Nächten im Monat (bei Vollmond und je zwei Nächte davor und danach) kann das Taj Mahal auch nachts besichtigt werden, allerdings ist die Besucherzahl pro Nacht ebenso wie die Bewegungsfreiheit auf dem Gelände beschränkt. Ob sich das lohnt, muss jeder selbst entscheiden, zumal das Grabmal auch im Inneren nicht beleuchtet ist.
Wer eine gute Kamera besitzt, kann trotzdem versuchen, mit hoher Belichtungszeit ein Foto zu schießen. Die folgenden Bilder wurden bei vollkommener Dunkelheit vom Dach des Shanti Restaurants geschossen:
Als Geheimtipp gilt die rückwärtige Ansicht des Taj Mahals, vom Mehtab Bagh (Park) am anderen Ufer des Yamuna-Flusses aus. Wer den Weg hierhin findet, kann das Bauwerk nahezu ganz allein genießen. Allerdings muss man entweder eine längere Autofahrt in Kauf nehmen oder zu Fuß, per Riksha oder Fahrrad die Eisenbahnbrücke nördlich des Roten Forts überqueren (bei unserer Reise im Oktober 2009 wurde diese Brücke gerade um eine Autotrasse erweitert).
Als Vorbild für das Taj Mahal gilt übrigens das etwa 100 Jahre ältere Grab Humayuns in Delhi, das als Prototyp der Mogul-Mausoleen in Indien gilt.
